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Früher Pubertätsbeginn bei Kindern



Eine mögliche Ursache, dass Kinder immer früher in die Pubertät kommen, wiesen amerikanische Forscher nach: Sie stellten einen Zusammenhang zwischen Wirkstoffen aus Körperpflegeprodukten der schwangeren Mütter und einer früheren Geschlechtsreife fest.

Konservierungsmittel mit Nebenwirkungen

In einer Langzeitstudie untersuchten Wissenschaftler von der Universität Berkeley, ob Inhaltsstoffe aus Kosmetika eine Wirkung auf den zeitlichen Beginn der Geschlechtsreife von Kindern haben, wenn deren schwangere Mütter sie verwenden. Die untersuchten Substanzen gehörten zur Gruppe der Phenole und Parabene, die in Kosmetikprodukten das Keimwachstum verhindern sowie als Konservierungsmittel dienen. Zusammen mit den Phthalaten, die Duftstoffe in Kosmetika fixieren, stehen alle drei Substanzgruppen in Verdacht, in das Hormonsystem einzugreifen, insbesondere in das von Mädchen.

Die Studie begann im Jahr 1999 und die Forscher nahmen von den schwangeren Müttern sowie später von deren Kindern im Alter von 9 Jahren Urinproben. In den folgenden 4 Jahren bis zum Alter von 13 Jahren stellten die Mediziner den Beginn der Pubertät mittels eines Standardtests fest.

Verfrüht einsetzende Pubertät nachteilig

Enthielten die mütterlichen Proben besonders viel Phthalat, begann die Schamhaarentwicklung der Töchter etwa ein halbes Jahr früher. Hohe Konzentrationen des zu den Phenolen zählenden Triclosans hatte zur Folge, dass die erste Menstruation (Menarche) knapp 5 Monate früher einsetzte. Große Mengen an Parabenen im Urin der Töchter ging mit einer früheren Entwicklung der Brustdrüsen, der Schambehaarung und einer früher einsetzenden Menarche einher. Bei Jungen zeigte sich nur ein Zusammenhang zwischen Parabenen und einer früheren Reifung der Geschlechtsorgane.

Die Erstautorin der Studie Kim Harley erklärt, dass die Studienergebnisse wichtig seien, da die Pubertät bei Mädchen seit einigen Jahrzehnten immer früher beginnt. Harley betont, dass ein früheres Einsetzen der Pubertät bei Mädchen nicht nur die Anfälligkeit für psychische Probleme erhöhe, sondern auch das langfristige Risiko für Brust- und Eierstockkrebs.

Quelle: Ärztezeitung

13.12.2018 | Von: Pressmaster/Shutterstock.com